Ich habe härtere Süchte besiegt als mein Handy.
Ich bin von Nikotin und härteren Sachen losgekommen, mit reiner Willenskraft. Nur mein Handy nie. Warum das keine Schwäche ist, und was am Ende wirklich geholfen hat.
Vielleicht kennst du diesen Moment. Du nimmst dein Handy nur kurz in die Hand, um schnell etwas nachzuschauen, und auf einmal sind vierzig Minuten weg und du weißt nicht mal mehr, wonach du eigentlich gesucht hast. Du hast dich nicht dafür entschieden, es passiert einfach, so wie an den meisten Tagen. Dieses Gefühl hat mich über Jahre nicht losgelassen, und ich möchte dir erzählen, wie ich irgendwann damit umgegangen bin, weil du dich darin vielleicht selbst wiedererkennst.
Ich bin Szymon, ich arbeite seit Jahren im Marketing und mein ganzer Tag passiert ohnehin am Bildschirm. Gleichzeitig bin ich jemand, der gern an sich arbeitet und wissen will, wie weit er kommt, wenn er wirklich dranbleibt. 2022 habe ich angefangen, mir jeden Monat eine neue Challenge zu setzen, immer für ein paar Wochen und immer etwas, das ein bisschen wehtut. Zuerst waren es die Zigaretten, dann der Kaffee, mit der Zeit auch härtere Sachen, Dinge, die mich vorher jahrelang im Griff hatten. Dabei habe ich etwas gelernt, das mir bis heute Kraft gibt. Selbst die krassesten Süchte lassen irgendwann los, wenn man nur lange genug dranbleibt. Nach etwa achtzehn Monaten war ich frei von fast allem, was mich vorher runtergezogen hatte, und ich wusste, dass ich so etwas schaffen kann, wenn ich wirklich will.
Aber es gab diese eine Sache, die ich in all der Zeit nie in den Griff bekommen habe, egal wie oft ich es versucht habe, und das war ausgerechnet mein eigenes Handy. Ich habe auch das zur Challenge gemacht, habe Apps gelöscht, es in eine Schublade gesperrt und mir fest vorgenommen, dass jetzt Schluss ist, und ein paar Tage später war ich trotzdem wieder genau da, wo ich angefangen hatte. Wenn du kurz darüber nachdenkst, ist das eigentlich absurd. Da ist jemand, der die härtesten Substanzen aus seinem Leben verbannen konnte, und der verliert am Ende gegen ein kleines Rechteck aus Glas, das in jede Hosentasche passt.
Ich bin von fast allem losgekommen, aber ausgerechnet mein Handy habe ich nie besiegt.Szymon
Lange habe ich geglaubt, dass ich an genau dieser Stelle einfach zu schwach bin. Bis ich verstanden habe, dass das von Anfang an nie ein fairer Kampf war. Auf der einen Seite stehst du, mit deinem guten Vorsatz von heute Morgen. Auf der anderen Seite stehen die größten Unternehmen der Welt, die Milliarden investieren und einige der klügsten Köpfe dafür bezahlen, dass du immer wieder zurückkommst, und noch einmal, und noch einmal. Wenn sogar jemand, der Nikotin und härtere Sachen mit reiner Willenskraft losgeworden ist, an so einem Feed trotzdem jedes Mal verliert, dann liegt das nicht an deiner Disziplin. Es liegt daran, dass dieses Gerät von den besten Leuten der Welt ganz bewusst so gebaut wurde, dass du am Ende verlierst. Das ist keine Schwäche von dir. Das war von Anfang an genau so gewollt.
Also habe ich irgendwann aufgehört, mich nur auf meinen Willen zu verlassen, weil ich verstanden hatte, dass er gegen dieses Gerät nie reichen wird. Was bei mir am Ende wirklich etwas verändert hat, war ziemlich unspektakulär. Ich musste diesen Kampf gar nicht jeden Tag mitten im Reiz gewinnen, sondern nur ein einziges Mal, vorher, in einem ruhigen Moment, in dem ich klar denke. Statt mich im schwachen Moment auf mich selbst zu verlassen, treffe ich die Entscheidung lieber vorher, wenn sie mir noch leichtfällt, und dann hält sie auch, wenn das Handy längst wieder in meiner Hand liegt. Kontrolle kommt eben nicht daher, dass du dich jeden Tag aufs Neue zusammenreißt, sondern daher, dass du dir einmal etwas einrichtest, das dich trägt, gerade dann, wenn dein Wille woanders ist.
Kontrolle kommt nicht daher, dass du dich jeden Tag zusammenreißt, sondern daher, dass du dir einmal etwas einrichtest, das dich trägt.Szymon
Ich habe danach ziemlich jede Screen-Time-App ausprobiert, die es gibt, und ein paar haben sogar geholfen, zumindest ein Stück weit. Aber keine hat wirklich zu mir gepasst, gerade weil ich als jemand, der jeden Tag am Bildschirm arbeitet, das Handy nicht einfach für immer weglegen kann. Ich brauchte etwas, das für Menschen gemacht ist, die mitten im Leben stehen und trotzdem die Kontrolle über ihre Zeit zurückwollen. Und weil es das nirgends gab, bauen wir es jetzt selbst. back to ctrl ist am Ende nur ein kleiner Schlüssel und ein einziger Tap, aber es ist eine Entscheidung, die hält, auch dann, wenn dein Wille gerade schwach ist. Es geht nicht gegen dein Handy und nicht gegen Social Media, sondern für das Leben, das die ganze Zeit direkt neben dir passiert, während wir alle nach unten schauen.
Ich bin dabei einfach einer von uns Gründern, und wir bauen das vor allem, weil wir alle selbst genau da standen, wo du vielleicht gerade stehst. Wir hätten dieses eine Ding damals selbst gebraucht, und jetzt haben wir die Möglichkeit, es für uns alle zu bauen. Wenn du dich in all dem auch nur in einem einzigen Satz wiedererkannt hast, dann bist du hier genau richtig, und ich würde mich freuen, dich dabeizuhaben.


